Wer Politik macht, sollte Möglichkeiten erkennen. Manchmal wahrt man die auch via Hintertür, was per se nicht anrüchig ist. Wenn man also optional denkt, wird klar, warum der Stadtverwaltung Eisenach unter Führung von OB Christoph Ihling (CDU) begriffliche Feinheiten wichtig sind. Was dem friedlich in Unkenntnis lebenden Bürger wie das Kacken von Korinthen vorkommen mag, ist für andere ein wunderbar zur Hintertür passender Schlüssel.
Dirk Lorenz-Bauer
© Funke Medien Thüringen | Peter Hansen
Daher eben spielt es für die Besatzung im Rathaus eine Rolle, ob im künftigen Regionalplan mit Blick auf die Fläche in der Gemarkung Eisenach-Stockhausen etwas von landwirtschaftlichem Vorranggebiet oder landwirtschaftlichem Vorbehaltsgebiet steht. Letzteres würde – sofern noch ein B-Plan dazu gebastelt wäre – die Tür hin zu einem Rechenzentrum in Stockhausen eben nicht verrammeln. Kein Wunder also, dass man sich im Rathaus via Stellungnahme zum Regionalplan ein Vorbehaltsgebiet wünscht.
Der OB ist ehrgeizig, keine Frage. Er will Erfolge, die Eisenach für Jahrzehnte prägen. Dafür stehen die Fusion der Gymnasien und von Kitas ebenso wie eine Biogasanlage Stregda sowie ein großer Hühnerstall auf dem Reitenberg. Dass er bei all dem Erfolgshunger eines durchaus noch jungen Politikers das Gefühl für die Sorgen der Bevölkerung nicht verliert, bleibt zu wünschen.
Zudem: Dass einzig Stadträtin Gisela Rexrodt (FDP) auf den Widerspruch der städtischen Stellungnahme zum Votum des Juli-Stadtrats pro Einwohnerantrag und damit wider B-Plan und wider Rechenzentrum verweist, bestätigt die Aussage einer Bürgerin unlängst in Stregda, als es um die Biogasanlage ging: 'Was machen wir eigentlich an dem Tag, an dem unsere Gisela im Stadtrat nicht mehr für uns kleine Leute eintritt!?'
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