7. September 2026, 20:37 Uhr Uhr
Artikel anhören (03:09 Minuten) Manuela Schwesig zeigt sich kämpferisch auf einer Anti-AfD-Demo. (Foto: picture Alliance/dpa)
Der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt mobilisierte Parteigegner weit über das Land hinaus. Kurz vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gingen Tausende auf die Straße – und Manuela Schwesig verschärfte den Ton.
Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt demonstrierten an mehreren Orten in Mecklenburg-Vorpommern Menschen, um sich gegen die Partei zu positionieren. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sprach mit Demonstranten in Schwerin. 'Mecklenburg-Vorpommern ist nicht Sachsen-Anhalt', sagte der SPD-Spitzenkandidat. 'Wir werden gemeinsam die Machtphantasien der AfD stoppen. Die AfD wird unsere Heimat nicht bekommen.' Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. In den Umfragen liegt die AfD vor der SPD, doch der Abstand hat sich zuletzt verringert.
Die Lage sei 'sehr, sehr ernst', sagte Schwesig. Sachsen-Anhalt zeigt, dass die AfD eine echte Chance hat, an die Macht zu kommen. Es ist wichtig, gemeinsam ein Zeichen zu setzen. 'Wir alle müssen mit Respekt behandelt werden. Was wir überhaupt nicht brauchen, ist dieser Hass, diese Hetze, diese Zerstörung, die die AfD plant', sagte der Ministerpräsident. Außerdem enthüllte sie ein Wahlplakat, das sie mit dem Slogan 'Die Frau gegen Blau' zeigt.
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rief das Bündnis 'Gemeinsam in Bewegung' zu Demos in zwölf Orten in MV auf, darunter Rostock, Greifswald, Ludwigslust, Parchim, Neubrandenburg und Neustrelitz. Bis zur Landtagswahl sollen weitere Aktionen folgen, heißt es in einer Mitteilung. Sie ruft dazu auf, auch andere Parteien als die AfD zu wählen. Die Theater Mecklenburg-Vorpommerns laden vor der Landtagswahl zum gemeinsamen Singen auf öffentlichen Plätzen ein. Die Theater erklärten, dass Demokratie kein Zuschauerraum sei, sondern darauf angewiesen sei, dass jeder seine Stimme erhebe. 'Bruchstelle für die demokratische Kultur in Deutschland'
Auch in Berlin kam es zu einer Großdemonstration. Vor dem Brandenburger Tor versammelten sich rund 5.000 Demonstranten. Die Polizei sprach von einer 'störungsfreien' Demonstration. Unter den Teilnehmern waren Klimaaktivistin Luisa Neubauer und die Spitzenkandidaten der Grünen und der Linken bei der Berlin-Wahl am 20. September.
In Potsdam trafen sich am Abend Hunderte Demonstranten am Alten Markt, um gegen die AfD zu demonstrieren. 'Die Möglichkeit einer AfD-geführten Landesregierung in Sachsen-Anhalt erfüllt uns mit großer Sorge', schrieben die Organisatoren des Bündnisses 'Potsdam! zeigt Farbe'. 'Ein solcher Regierungswechsel wäre kein gewöhnlicher politischer Wechsel, sondern ein Wendepunkt für die demokratische Kultur in Deutschland.'
Quelle: ntv.de, mba/dpa
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