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USA: Donald Trump ist die Puste ausgegangen

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Vorlesen Aktuelle Zeit: 0:00 Gesamtdauer: 0:00 1 x Artikel teilen Russland will den "Frieden", unbedingt, allerdings zu Wladimir Putins Bedingungen. Doch an der Front sieht es für den Angriffskrieger schlecht aus. Was nun? Das fragt sich Wladimir Kaminer. In Berlin ist Wahlkampf und beinahe jede Partei versucht neben ihrem Programm mit "Frieden" zu punkten: Denn "Frieden" hört sich gut an. Es hörte sich geradezu fantastisch an, missbrauchte man es nicht bloß als hohle Phrase. Genau das passiert aber, wenn man es ohne konkretes Handeln und Verstehen benutzt. Die mit Wahlplakaten bestückten Straßenlampen in Berlin leuchten vor Frieden. Die eine Partei ist gegen die Verwahrlosung der Hauptstadt und für den Frieden, die andere gegen die Wohnungsnot und für den Frieden. Die dritte möchte dem Klimawandel die Stirn bieten, sie ist außerdem auch noch selbstverständlich für den Frieden. Dieser abstrakte Humanismus wirkt irritierend, er setzt voraus, dass irgendwo an einer anderen Straßenlampe ein Plakat von einer bösen Partei hängen würde, die gegen den Frieden ist. Doch egal, wie hoch man auch klettern würde, auf keiner Straßenlampe findet sich eins für den Krieg. (Quelle: Frank May) Zur Person Wladimir Kaminer ist Schriftsteller und Kolumnist. Er wurde 1967 in Moskau geboren und lebt seit Jahrzehnten in Deutschland. Zu seinen bekanntesten Werken gehört "Russendisko". Kaminers aktuelles Buch "Müttertage. Geschichten von den Heldinnen des Alltags" ist gerade erschienen. Auch im Angreiferland Russland ist übrigens die Mehrheit für den Frieden, 65 Prozent hatten sich laut der letzten im Auftrag der russischen Regierung durchgeführten Umfrage für eine sofortige Beendigung des Krieges ausgesprochen. Die Mikropartei Jabloko, die sich als Antikriegspartei für die russische Parlamentswahl im Herbst positioniert hatte und mit dem schlichten Slogan "Für Frieden und Freiheit" auftrat, hat auf Anhieb so viel Unterstützung in der Bevölkerung bekommen, dass die Hosen im Kreml nass wurden. Also musste die Partei in einem schnell gebastelten Gerichtsverfahren von der Wahl ausgeschlossen werden. Heißt es im Umkehrschluss, dass man im Kreml den Krieg will? Natürlich nicht. Sie möchten so schnell wie möglich die Ukraine erobern, die Regierung in Kiew stürzen und die Nato in die Schranken verweisen, gleich danach ist Frieden angesagt. Die Ukraine ist alles andere als wehrlos Die Hitzköpfe im russischen Fernsehen, die gefühlt jeden Abend den Einsatz von Atomwaffen beschwören, reden ebenfalls vom Frieden: "Wie lange soll sich dieser unsägliche Krieg noch weiter hinziehen?" So etwas schreit der Fernsehhahn. "Unsere Männer sterben! Dabei haben wir doch Atomraketen, ein gezielter Abschuss, irgendwo in Europa, wo die ganzen ukrainischen Unterstützer sitzen und am nächsten Tag haben wir Ruhe im Karton! Dann ist Frieden!" So argumentieren die Hitzköpfe. Doch inzwischen ist auch dieser Friedensplan vom Tisch, die Ukraine besitzt mittlerweile Langstreckenraketen, die russische Atomkraftwerke oder große Chemiebetriebe sprengen könnten, sollte der Angreifer es mit der Bombe ernst meinen. Die darauffolgende Antwort wäre für Russland nicht hinnehmbar.
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