Deutschland ist, könnte man sagen, eine Biernation. Trotz Industriekrise. Durch gesellschaftliche Schichten und Geschlechter hinweg. Und Bayern ist dann, könnte man meinen, eine Bierhochburg.
Kein Wunder also, dass die weltweit letzte Klosterbrauerei, die noch von einem Frauenorden betrieben wird, dort zu finden ist. Genauer: im niederbayerischen Mallersdorf.
Hier leitet Schwester Doris die klostereigene Brauerei. Sie ist das einzige Mitglied eines Ordens, das selbst noch den Sud anrührt, über Stammwürze und Alkoholgehalt wacht.
Die Ordensfrau hat eine Theorie, warum das mönchische Brauwesen mittlerweile säkularisiert wurde, das der Nonnen aber noch nicht. »Wir Frauen sind eben stabiler«, sagt sie und grinst. Das schreibt unser Kollege Christian Reiermann, der der Braumeisterin einen Besuch abgestattet hat.
Nonnenklöster, schreibt Christian, waren bereits im Mittelalter ein regelrechter Hort der Emanzipation. Hier bestimmten Frauen über sich selbst, durften Tätigkeiten ausüben, die sonst Männern vorbehalten waren. Und auch Bierbrauen war eben traditionell Frauensache.
Dieses Selbstbewusstsein nahm Christian vor Ort auch wahr, wie er uns schreibt: »Sie ist eine sehr handfeste Persönlichkeit, direkt und gesegnet mit starken Überzeugungen.« Zudem verstehe Schwester Doris einfach ihr Handwerk.
Die Nonne meint: »Bier trinken ist gesund, man darf es nur nicht übertreiben, wie alles im Leben«. Nahezu ein Fünftel ihrer Produktion verbrauchen die Ordensfrauen selbst. »Bei uns gibt es zu jeder Mahlzeit Bier«, erzählt die Schwester. »Außer zum Frühstück.«
Wie Christian auf den Besuch kam? »Als praktizierender Katholik und Biertrinker habe ich eine natürliche Vorliebe für Produkte aus Klosterbrauereien«, sagt er. Die Qualität und Trinkbarkeit des Bieres würde er »zwischen himmlisch und paradiesisch einordnen«. Na dann, Prost!
Stehen Landtagswahlen an. Und wieder gibt es Streit über die Folgen der Einheit.
In einer SPIEGEL-Mediation debattieren Vertreter aus Ost und West – der Germanist und Autor Dirk Oschmann aus Leipzig und der Vizepräsident der Ludwig-Maximilians-Universität Armin Nassehi aus München – über die Ursachen des Konfliktes. Und suchen nach Lösungen.
Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende!
Ihre Anna Ehlebracht und Anna Kauber Birkelbach aus dem Nachrichtenressort des SPIEGEL
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