»Man merkt Merz bei seinem Auftritt im Adenauer-Haus an, dass ihn das Wahldebakel schwer trifft«, schreibt mein Kollege Philipp Wittrock in der Analyse des Auftritts. Mit der Niederlage habe er rechnen müssen, das Ausmaß aber habe den CDU-Chef überrascht. »Merz versucht es mit einer Mischung aus dosierter Selbstkritik und demonstrativer Entschlossenheit. Er will am eingeschlagenen Reformkurs festhalten, und er betont ausdrücklich, wie einig er sich darin mit dem Vizekanzler und SPD-Chef sei.« So wolle er den Koalitionspartner vorsorglich zur Disziplin aufrufen, denn von dort kämen bereits erste distanzierende Töne.
Der Kanzler, dem so oft ein Mangel an Empathie vorgehalten wird, sprach davon, die Menschen künftig »emotional erreichen« zu wollen. Doch wie die »bessere Erzählung« klingen soll, die Merz nun verspricht, wurde laut Philipp heute nicht klar: »Man nimmt dem Kanzler seine Betroffenheit ab, auch seinen Wunsch und Willen, etwas anders und besser zu machen«, urteilt er. »Doch am Ende bleibt man ratlos zurück. Und muss befürchten, dass auch der Kanzler in Wahrheit ratlos ist.«
»Was kümmert mich der Schiffbruch der Welt, ich weiß von nichts als meiner seligen Insel«, hat Friedrich Hölderlin vor mehr als 200 Jahren geschrieben. Leider kommen heutzutage der Katastrophenlärm und die SOS-Signale aus der großen Welt auch auf den entlegensten Inseln an. Zum Beispiel bei den 3600 Bewohnerinnen und Bewohnern der Falklandinseln im Südpazifik, von denen die allermeisten weiter zu Großbritannien gehören möchten.
Der argentinische Präsident Javier Milei hat nun den Falklandkonflikt neu entflammt und erhebt Ansprüche auf die Inseln; Anlass ist eine Bemerkung von Donald Trump.
»Mit seiner Falkland-Bemerkung reagiert Trump vordergründig auf die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Briten im Irankrieg, wie er selbst bekannte«, so mein Kollege Jens. Zugleich füge sie sich in die »Donroe-Doktrin« ein, mit der Trump seinen Anspruch auf die Vorherrschaft über den gesamten Kontinent untermauert. »Die Monroe-Doktrin aus dem 19. Jahrhundert, auf die der Begriff anspielt, richtete sich gegen Interventionen der einstigen europäischen Kolonialmächte auf dem amerikanischen Kontinent – aus Sicht Argentiniens sind die Inseln dafür ein Paradebeispiel.«
Polizei und Staatsanwaltschaft in Brandenburg und NRW haben am Wochenende einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Tatverdächtigen V. veröffentlicht und bitten die Bevölkerung um Hinweise. Am Sonntag hatte es einen Großeinsatz im Hambacher Forst nahe Köln gegeben, allerdings wurden dort keine Hinweise auf den Mann gefunden.
»Nach den jetzigen Erkenntnissen scheint der Gesuchte ein Einzeltäter ohne feste Anbindung an irgendeine linksextreme Gruppierung zu sein«, sagt mein Kollege Ulrich Kraetzer. Bisher gebe es auch keine Erkenntnisse, dass er von einer »fremden Macht« angeleitet worden sein könnte. »Das kann sich alles noch ändern«, so Ulrich. »Aber wenn es beim jetzigen Stand bleibt, dann zeigt der Fall, dass nicht jeder Sabotageakt notwendigerweise von einer extremistischen Gruppierung oder einem Geheimdienst verübt worden sein muss.«
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