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Ratko Mladić: Serbien feiert Kriegsverbrecher

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Vorlesen Aktuelle Zeit: 0:00 Gesamtdauer: 0:00 1 x Artikel teilen In Belgrad verabschieden Tausende den verurteilten Kriegsverbrecher Ratko Mladić mit militärischer Symbolik. Die Inszenierung bringt Serbiens EU-Kurs in Bedrängnis. Diese Beisetzung glich einem Staatsbegräbnis mit militärischen Ehren: Tausende Menschen bildeten am Montagmorgen vor der Sankt-Lukas-Kirche in Belgrad eine lange Schlange. Viele waren in Schwarz gekleidet, Männer trugen militärische Abzeichen. Sie trauerten um den dort aufgebahrten ehemaligen bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladić, der Ende August gestorben war, wie um einen Nationalhelden. Dabei war Ratko Mladić ein Kriegsverbrecher: Unter seinem Kommando ermordeten bosnisch-serbische Truppen 1995 in Srebrenica rund 8.000 muslimische Männer und Jungen. Deswegen verbüßte Mladić bis zu seinem Tod eine lebenslange Haftstrafe in Den Haag. Das Land und seine Regierung demonstrierten damit, dass sie noch weit entfernt sind davon, EU-fähig zu sein. Die EU warnte – doch Serbien lenkte nicht ein Serbien ist seit 2012 EU-Beitrittskandidat. Die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen, Rechtsstaatlichkeit und regionale Versöhnung sind keine Nebensächlichkeiten dieses Prozesses, sondern zentraler Bestandteil und Voraussetzung für den Beitritt. Die EU-Kommission kritisiert seit Jahren die Verherrlichung verurteilter Kriegsverbrecher in Serbien. Erweiterungskommissarin Marta Kos hatte deshalb vor Mladićs Beisetzung bereits einen Besuch abgesagt. Doch die serbische Regierung zeigte sich davon unbeeindruckt und beteiligte sich demonstrativ an Mladićs Beisetzung. Zwar nahm Präsident Aleksandar Vučić selbst nicht an der Beisetzung teil, dafür taten dies aber Regierungsmitglieder an einer von Generälen organisierten Gedenkzeremonie. Der serbische Staat ließ die Inszenierung zu und trägt deshalb auch Verantwortung. Kritik aus Brüssel wurde anschließend als Angriff auf Serbien zurückgewiesen. Serbiens Beitrittsprozess stockt seit fünf Jahren Brüssel sollte sich dieses Vorgehen nicht länger gefallen lassen. Die Absage von Kommissarin Kos kann nur der Anfang gewesen sein. Ein Sprecher verurteilte am Montag die "Verherrlichung von Kriegsverbrechern". Brüssel muss Serbien jedoch unmissverständlich signalisieren, dass das Land damit seine europäische Zukunft aufs Spiel setzt.
Ratko Mladić: Serbien feiert Kriegsverbrecher
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