Während die US-Börsen regelmäßig neue Höchststände erreichen, ist die Stimmung unter Anlegern geteilt. Die AAII-Umfrage zeigt, dass sowohl Optimismus als auch Pessimismus stark vertreten sind, wobei der Neutralanteil wächst. Gleichzeitig warnt der Buffett-Indikator mit einem Wert von 239,8 Prozent vor einer möglichen Überbewertung des Marktes.
Bei unserem Broker finanzen.net ZERO sparst du bis zu 50 € bei einer 2.500 €-Order. Starte jetzt beim Kostensieger und nutze unsere• Der Buffett-Indikator liegt aktuell bei rund 239,5 Prozent und damit in der Kategorie"stark überbewertet"haben in den vergangenen Monaten mehrfach neue Höchststände markiert, doch zeitgleich wächst unter Marktteilnehmern die Unruhe über eine mögliche Korrektur.
Dieses Nebeneinander aus Rekordkursen und Vorsicht spiegelt sich in der wöchentlichen Sentiment-Umfrage der American Association of Individual Investors wider. Für die Woche zum 12. August dieses Jahres wies die Erhebung laut AAII einen Anteil von 34,7 Prozent optimistisch gestimmter Privatanleger aus, während 37,9 Prozent von fallenden Kursen ausgingen und 27,4 Prozent neutral blieben. Damit dominierte die pessimistische Einschätzung knapp vor der optimistischen, nachdem der Neutral-Anteil laut AAII binnen einer Woche um 2,4 Prozentpunkte gestiegen war.
Bereits Ende Juli hatte die bullishe Quote laut AAII bei nur 31 Prozent gelegen, während zeitgleich 42,1 Prozent der Teilnehmer eine bearishe Haltung einnahmen. Diese Schwankungsbreite innerhalb weniger Wochen verdeutlicht, wie unsicher die kurzfristige Einschätzung der Marktrichtung selbst unter erfahrenen Privatanlegern ausfällt. Zwei Kennzahlen stehen im Zentrum der aktuellen Diskussion um eine mögliche Überbewertung des US-Aktienmarkts.
Zum einen der sogenannte Buffett-Indikator, benannt nach, der ihn nach eigener Aussage als"wahrscheinlich das beste einzelne Maß dafür, wo die Bewertungen zu einem bestimmten Zeitpunkt stehen" bezeichnet hat. Der Indikator setzt die gesamte Marktkapitalisierung der US-Börsen ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten. Laut Angaben von buffettindicator.org lag der Wert am 31. August 2026 bei 239,8 Prozent, bei einer Marktkapitalisierung von 77,8 Billionengegenüber einem annualisierten Bruttoinlandsprodukt von 32,5 Billionen US-Dollar.
Damit befindet sich der Indikator klar in der Zone"stark überbewertet", die laut Definition der Plattform oberhalb von 135 Prozent beginnt. Auf Quartalsbasis berechnet, wie es etwa auf Basis von Notenbankdaten und Angaben des US-Handelsministeriums üblich ist, hatte der Indikator im vierten Quartal 2025 bereits einen Stand von 228,7 Prozent erreicht, den bis dahin höchsten je gemessenen Quartalswert seit Beginn der Datenreihe 1947.
Die beiden Werte sind wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden und Stichtage nicht unmittelbar vergleichbar, zeigen in der Tendenz aber beide eine historisch außergewöhnliche Bewertung an.des S&P 500. Es setzt den aktuellen Indexstand ins Verhältnis zum inflationsbereinigten Durchschnittsgewinn der vergangenen zehn Jahre und soll dadurch kurzfristige Gewinnschwankungen ausgleichen. Wie The Motley Fool berichtet, lag der Shiller-CAPE-Wert am 10. August bei 42,37 Punkten und damit rund 144 Prozent über seinem seit Januar 1871 gemessenen langjährigen Mittelwert von 17,4.
Höher lag die Kennzahl in ihrer gesamten Historie nur ein einziges Mal, im Dezember 1999 kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, als sie einen bis heute gültigen Höchststand von 44,19 Punkten erreichte. Der laufende Bullenmarkt selbst hatte laut Motley Fool bereits am 1. Juni 2026 einen Zwischenhöchststand von 42,84 Punkten markiert. Beide Indikatoren messen unterschiedliche Aspekte derselben Grundfrage, ob Aktien im Verhältnis zur wirtschaftlichen Realität teuer geworden sind.
Der Buffett-Indikator bezieht die gesamte Wirtschaftsleistung eines Landes als Referenzgröße ein und gilt damit als Maß für die Bewertung des Aktienmarkts im Verhältnis zur realen Wirtschaft. Ein Nachteil dieser Kennzahl liegt darin, dass sie durch die wachsende Auslandsumsatzquote US-amerikanischer Unternehmen im Zeitverlauf systematisch nach oben verzerrt wird, da der S&P 500 laut buffettindicator.org im Jahr 2026 rund 41 Prozent seiner Umsätze im Ausland erzielt, gegenüber lediglich 20 Prozent im Jahr 1970.
Aus diesem Grund weist die Plattform neben dem klassischen Wert von 239,5 Prozent auch einen um diesen Effekt bereinigten Wert von 115 Prozent aus, der die Einordnung deutlich moderater ausfallen lässt. Das Shiller-CAPE-Ratio verfolgt einen anderen Ansatz und bewertet ausschließlich den Aktienmarkt selbst, indem es den aktuellen Kurs auf den zehnjährigen Durchschnittsgewinn bezieht statt auf den Gewinn eines einzelnen Jahres. Diese Glättung soll verhindern, dass ein einzelnes außergewöhnlich gutes oder schlechtes Geschäftsjahr die Bewertung verzerrt.
Beide Kennzahlen liefern damit unabhängig voneinander ein ähnliches Signal, nämlich dass der US-Aktienmarkt nach historischen Maßstäben aktuell hoch bewertet ist. Keine der beiden Kennzahlen erlaubt jedoch eine Aussage über den Zeitpunkt einer möglichen Korrektur, da hohe Bewertungen über Jahre hinweg bestehen bleiben können, bevor sich eine Marktbewegung einstellt. Trotz dieser Warnsignale liefert die Marktgeschichte laut einer Analyse von Crestmont Research einen bemerkenswerten Befund.
Das Analysehaus untersuchte sämtliche rollierenden 20-Jahres-Zeiträume des S&P 500 auf Basis von Daten bis zurück ins Jahr 1900, also noch vor der offiziellen Einführung des Index im Jahr 1923. Der erste betrachtete Zeitraum umfasst demnach die Jahre 1900 bis 1919, der letzte reicht von 2006 bis 2025. Insgesamt ergaben sich laut Motley Fool auf dieser Grundlage 107 rollierende 20-Jahres-Zeiträume, die sämtlich mit einem positiven annualisierten Gesamtertrag endeten, sofern Dividenden in die Berechnung einbezogen wurden.
Das gilt unabhängig davon, welche Krisen der jeweilige Zeitraum umfasste, darunter dieDiese Beständigkeit unterscheidet den langfristigen Anlagehorizont grundlegend von kurzfristigen Spekulationsversuchen, bei denen der Zeitpunkt des Einstiegs und Ausstiegs über Erfolg oder Verlust entscheidet. Ergänzend zeigen Daten der Bespoke Investment Group, auf die sich Motley Fool bezieht, dass der S&P 500 seit Beginn der Weltwirtschaftskrise im September 1929 insgesamt 27 Rückgänge von mindestens 20 Prozent verzeichnete, deren Tiefpunkt im Schnitt nach lediglich 286 Kalendertagen erreicht war.
Keinin diesem Zeitraum dauerte länger als 630 Kalendertage, während sich Bullenmärkte im Schnitt über 1.023 Kalendertage erstreckten, also etwa 3,6-mal so lange. Wer über zwei Jahrzehnte investiert bleibt, profitiert damit von der grundsätzlichen Tendenz wachsender Volkswirtschaften und steigender Unternehmensgewinne, die zwischenzeitliche Rückschläge über einen ausreichend langen Zeitraum regelmäßig ausgeglichen hat. Entscheidend ist dabei, dass diese Erfolgsquote sich auf den breiten Marktindex bezieht und nicht auf beliebige Einzeltitel, deren individuelle Wertentwicklung erheblich von der des Gesamtmarkts abweichen kann.
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Berkshire HathawayDie Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt.
Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen. Deine Dividenden im BlickDeine Dividenden im Blick
(0)Comments