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Meinungen der Abendblatt-Leser: 7. September 2026

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Härter durchgreifen 3. September: Verlassene Villen in Elbvororten: Bürgerverein kritisiert jahrelangen Leerstand Vielen Dank für Ihren heutigen Beitrag zum Wohnraum-/Häuserleerstand in Hamburg. In ganz Hamburg stehen etliche Häuser seit Jahren leer, und es tut sich nichts. Bei uns in Bergedorf zum Beispiel auch, teilweise über fast 30 Jahre, und angeblich ist immer eine Nutzung geplant. Die Behörden sollten da härter eingreifen bzw. mehr Rechte bekommen. Es ist furchtbar, mit anzusehen, wie die schönsten Häuser verfallen. Renate Piwodda-Wolfhagen Keine Unterstützung durch Bundesparteien 2. September: Sven Schulze in Sachsen-Anhalt: Ein Mann strampelt sich ab Der Bericht über Sven Schulze und seinen Einsatz im Wahlkampf für die Sachsen-CDU ist beeindruckend. Gemessen an dem Ziel erscheint sein Einsatz jedoch keinesfalls ungewöhnlich. Denn egal, ob Wahlkampf oder Wettkampf: Wer gewinnen will, muss sich anstrengen. Das kann durchaus Spaß machen. Allerdings sind auch die Umfeldbedingungen ein wesentlicher Erfolgsfaktor – und die stimmen nicht bei den Wahlkämpfen in Ostdeutschland. Jeder weiß, dass die drei anstehenden Landtagswahlen eine entscheidende Bedeutung für die Bundespolitik haben. Dennoch kommt von Bundes-CDU und Bundes-SPD kaum Unterstützung für die Wahlkämpfer in Ostdeutschland – keine konzertierte Aktion, kein Hochfahren der Medienmaschine, keine Aktivierung von Sympathieträgern. Die Bundesregierung macht sich nicht einmal die Mühe, Sinn, Notwendigkeit und Vorteile ihrer Politik zu erklären. Die Wirkung ist fatal, denn was hängen bleibt, ist der Eindruck 'Alles wird schlechter'. Dadurch kämpfen die Landespolitiker unter erschwerten Bedingungen an zwei Fronten: Einerseits müssen sie trotz enger Budgets durch ihre Landespolitik überzeugen. Und zusätzlich müssen sie die Maßnahmen der Bundespolitik erklären und verteidigen – und das, obwohl sie selbst nicht in allen Punkten mit der Bundespolitik übereinstimmen. So gesehen verdient Sven Schulze für seinen jetzigen Endspurt vor der Sachsen-Wahl Respekt, denn er kämpft wie Don Quijote gegen Windmühlen. Uwe Karsten Bäcker Merkwürdiger Spagat 3. September: Rechnungshof fordert größere Klassen Das ist ja ein merkwürdiger Spagat, den der Sprecher der Hamburger Schulbehörde vollführt: Einerseits sagt er, die Schulbehörde plane 'keine Erhöhung der Klassenfrequenzen', da sie einen 'wichtigen Baustein des Bildungserfolges der Hamburger Schülerinnen und Schüler' darstellen, andererseits sollen die 'Basisfrequenzen' heraufgesetzt werden, die unter dem Strich auf das Gegenteil hinauslaufen. Gleichzeitig wird die Lehrerschaft dadurch erneut stärker belastet, da sie mit mehr Schülern/Unterrichtsstunde zurechtkommen muss, von der geplanten Erhöhung der Arbeitszeit einmal abgesehen. So berücksichtigt der Landesrechnungshof, der seine Forderung nach größeren Klassen damit begründet, dass Hamburg bei der Lehrer-Schüler-Relation 'auf dem allerersten Platz' stehe, überhaupt nicht, dass Hamburg als Großstadt es mit einer weitaus heterogeneren Schülerschaft zu tun hat als ein Flächenstaat. Nicht von ungefähr sind folglich die Kosten pro Schüler nur in Berlin als Stadtstaat und Großstadt höher als in Hamburg. Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt, wenn gerade jetzt behauptet und als Argument für größere Klassen angeführt wird, dass 'der Nutzen kleinerer Klassen aus wissenschaftlicher Sicht nur gering' sei. So jedenfalls stellt es Ties Rabe in seinem 'neuen Buch' fest, der immerhin über viele Jahre hinweg als Hamburger Schulsenator Hamburgs Bildungs- und Schulpolitik steuerte und oberster Dienstherr der Hamburger Lehrer war, die in der alltäglichen Unterrichtspraxis nach wie vor absolut gegenteilige Erfahrungen machen. Wer da nicht zu grübeln beginnt! Ulrich Reppenhagen Unverantwortlich 2. September: 'Russland tritt uns mit offener Feindseligkeit entgegen'3. September: Leserbrief 'Es geht um Völkerverständigung' Die Vorwürfe gegen Russland sind unverantwortlich. Am Tag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs wirft unsere Bundesregierung Russland vor, für den Drohnenvorfall Anfang August verantwortlich zu sein. Ohne jegliche Beweise. Als die 'Nord Stream'-Gaspipelines gesprengt wurden, hieß es auch damals sofort, dass dies nur das Werk Russlands sein könne, doch als Schuldige erwies sich die Ukraine. Ohne dafür bestraft zu werden. Warum sollten sie dann auf weitere Angriffe verzichten? Und am Tag nach den Vorwürfen kündigt die Bundesregierung plötzlich an, die militärische Hilfe für die Ukraine zu verstärken. Viele würden von einer solchen Aktion profitieren, nur Russland nicht. Eine Eskalation im deutsch-russischen Verhältnis ist auch für Deutschland nicht von Vorteil. Klaus Schwarz Sicherer Beweis Der Versuch Putins, die vom Bundeskriminalamt in minutiöser Kleinarbeit sichergestellten Beweise, die eine eindeutige Zuordnung auf zwei identifizierte Täter zulassen, als 'gefälscht' hinzustellen, ist lächerlich. Denn an der Drohne sind auch DNA-Spuren festgestellt worden. Eine DNA-Spur gilt als der sicherste Beweis für eine Täterschaft – sie kann nicht gefälscht werden. Dies ist gut zu wissen. Denn damit werden alle Behauptungen, die dies infrage stellen, ad absurdum geführt. Dr. Claus Rabe Anders reagieren Danke, Herr Prade, volle Zustimmung! Darf ich weiter träumen, für Nachdenklichkeit plädieren? Das Russische Haus in Berlin nicht schließen, sondern weitere eröffnen in Leipzig, Hamburg, München. Russisch- (und Chinesisch-)Sprachunterricht, Schüleraustausch fördern – stellen Sie sich vor, dies wäre die Reaktion der Bundesregierung auf den Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen! Völlig abwegig? Geht es um Konfrontation oder doch um Völkerverständigung? Wenn ja, wäre eine solche 'abwegige' Reaktion nicht viel klüger, zielführender? Was versuchen wir unseren Kindern im Vorschulalter beizubringen im Umgang mit Konflikten? Wie würden Willy Brandt, Egon Bahr, Michail Gorbatschow handeln? Jochen Wörmer Unvermeidbar und nützlich 29. August: Kolumne 'Von Mensch zu Mensch' Vielleicht sollten wir ein Tickchen zurückhaltender sein, wenn wir implizieren, dass Lesen auf Papier per se wertvoller sei als Lesen auf Computerscreen? Und Letzteres womöglich als recht gedankenloses Scrollen bezeichnen? Gestaffelte hybride Nutzererfahrung ist auch für Kinder und Jugendliche nicht nur unvermeidbar, sondern nützlich. Deutschland ist in moderner Kommunikation seit Jahrzehnten kaum Initiator gewesen, geschweige denn Early Adopter oder Marktführer. Ich erinnere mich noch an meine Tätigkeit vor rund 35 Jahren für eine große deutsche Firma in London, als dort vor Ort früh(e) PCs und Mobiltelefone benutzt wurden, während Kollegen, auch Führungskräfte, in Deutschland dieses belächelten. Heutzutage genieße ich es immer noch und erst recht, mich jeden Tag in die Welt online neu einlesen zu können, ob zu Politik, Wirtschaft, Kultur. Gedruckte Bücher, ob Sachbuch oder Belletristik? Auch. Man kann in ihnen schreiben, eigene Gedanken hinzufügen. Einige Freunde lesen schon seit 15 Jahren schöne Literatur nur auf ihrem Kindle. Thomas Martini Wasser predigen, Wein trinken 2. September: Dienstwagen-Check von Politikern: Schleswig-Holstein vorn dabei Von den Bürgern wird Verzicht eingefordert und ihnen werden Einsparungen per Gesetz aufgezwungen. Für sich selbst nehmen Politiker aber gern sämtlichen Luxus, der sich ihnen bietet, mit! Sei es nun der Ausbau für mehr als eine Milliarde Euro für die Grundsanierung des Berliner Schlosses Bellevue, der Erweiterungsbau des Bundeskanzleramtes in Berlin für 777 Millionen Euro oder nun die Dienstwagenfahrten mit klimaschädlichen Verbrennungsmotoren. Politiker aller Parteien: Geht doch endlich einmal als dringend benötigte Vorbilder voran und schnallt selbst den Gürtel enger. Silvia Böker Systemischer Widerspruch 3. September: Bremst die Regierung E-Auto-Fahrer aus? Die Bundesregierung hat ein reales Problem erkannt: Mit dem starken Ausbau der Fotovoltaik entstehen an sonnigen Tagen hohe Einspeisespitzen. Diese zu begrenzen und gleichzeitig die Speicherung von Solarstrom zu fördern, ist grundsätzlich sinnvoll. Fraglich ist jedoch, ob eine starre 50-Prozent-Grenze dafür das richtige Instrument ist. Denn eine hohe PV-Einspeisung mittags bei Stromüberschuss ist energiewirtschaftlich etwas völlig anderes als die Rückspeisung aus einem Batteriespeicher oder einem E-Auto am Abend, wenn Strom benötigt wird. Hier entsteht ein systemischer Widerspruch: Einerseits sollen Smart Meter, Batteriespeicher, dynamische Stromtarife und bidirektional ladende E-Autos unser Stromsystem flexibler machen. Andererseits könnte eine pauschale Begrenzung am Hausanschluss genau diese Flexibilität wieder einschränken. Technisch konsequenter wäre eine dynamische, vom tatsächlichen Netzzustand abhängige Steuerung: Einspeisung begrenzen, wenn das Netz überlastet ist – und sie ermöglichen, wenn der Strom gebraucht wird. Die dafür notwendige Technik wird mit Smart Metern, intelligenten Energiemanagementsystemen und steuerbaren Wechselrichtern ohnehin zunehmend verfügbar. Das Ziel der Bundesregierung ist also nachvollziehbar. Das gewählte Instrument erscheint jedoch zu statisch für ein zunehmend intelligentes und dynamisches Stromnetz. Uwe Heimböckel Für die Polizei frustrierend 2. September: St. Georg: Taskforce der Polizei kontrolliert 11.000 Menschen in drei Monaten Danke für diesen aufschlussreichen Bericht und die Benennung der Sogwirkung durch das 'Drob Inn'. Für die Polizei muss es frustrierend sein, häufig denselben Personen gegenüber Maßnahmen auszusprechen, die nur kurzzeitig wirken. Selbst eine Ingewahrsamnahme darf maximal bis zum Ende des Folgetages ausgesprochen werden. Ich möchte nicht wissen, wie sich das als Anwohner anfühlt. Wenn man dann liest, dass der Senat an der Polizei, Schule und Kita spart, während die Zahlen von Personen und Straftaten in St. Georg steigen, muss man schließen, dass dem Senat die Personengruppe ums 'Drob Inn' wichtiger ist als andere Personengruppen. Peter C. Martin ... an briefe@abendblatt.de oder per Post an das Hamburger Abendblatt, 20445 Hamburg. Von den vielen Leserbriefen, die uns erreichen, können wir nur einen kleinen Teil veröffentlichen. Mit Ihrer Einsendung erlauben Sie uns, alle Inhalte und Ihre Kontaktdaten an die zuständigen Redakteurinnen/Redakteure und/oder an externe Autorinnen/Autoren weiterzuleiten. Die Einsendungen geben ausschließlich die Meinung der Einsender wieder. Veröffentlichte Leserbriefe finden Sie auch auf abendblatt.de/leserbriefe.
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