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Johanna Böhnke

Ist die Beziehung der Gilmore Girls eigentlich toxisch? Psychologin hat eine klare Meinung

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Und obwohl Lorelai glaubt, immer genau zu wissen, was das Beste für Rory ist, dreht sie die Mutter-Tochter-Beziehung zwischen ihnen oftmals um. Sie verlässt sich darauf, dass Rory besonders verantwortungsbewusst ist – und übernimmt oft selbst keine Verantwortung. Dr. LePera erklärt: 'Rory wird durch ihr emotional unreifes Elternteil in die Erwachsenenrolle gedrängt.' In vielen Situationen übernimmt Rory die Rolle der Erwachsenen, während Lorelai sich kindlich verhält. Wenn Lorelai Liebeskummer hat, tröstet Rory sie. Wenn Lorelai mit ihren Eltern streitet, ist Rory die Vermittlerin. Wenn Lorelai impulsive Entscheidungen trifft, ist Rory diejenige, die die Konsequenzen bedenkt. Diese Umkehr der Verantwortung nennt man in der Psychologie 'Parentifizierung'. Das Kind übernimmt emotionale Aufgaben, die eigentlich die Eltern tragen sollten. Für Rory bedeutet das, dass sie nie wirklich Kind sein durfte. Sie musste früh lernen, die Gefühle ihrer Mutter zu managen und ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. Diese Dynamik prägt auch Rorys spätere Beziehungen, in denen sie oft die Verantwortung für das Wohlergehen anderer übernimmt und Schwierigkeiten hat, eigene Grenzen zu setzen. Lorelai glaubt, mit Rory einfach Glück gehabt zu haben und ein besonders 'pflegeleichtes' Kind zu haben. In Wahrheit hatte Rory jedoch einfach nie die Möglichkeit, etwas anderes zu sein.
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