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Merz nach Sachsen-Anhalt-Wahl: Eine verdammt schwere Mission

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Vorlesen Aktuelle Zeit: 0:00 Gesamtdauer: 0:00 1 x Artikel teilen Bemerkenswert selbstkritisch hat Kanzler Merz die Wahlniederlage für seine CDU in Sachsen-Anhalt eingeordnet – und seinerseits eine bessere Ansprache des Volks versprochen. Kann das gelingen? Der Kanzler hat Klartext gesprochen. In seiner Pressekonferenz am Tag nach dem Wahldebakel von Sachsen-Anhalt fand er teils bemerkenswerte Worte für das, was entlang der Elbe geschehen ist – den Erdrutschsieg der AfD, die kurz vor der absoluten Mehrheit steht, und die damit verbundene Niederlage seiner CDU, die noch einiges ins Wanken bringen könnte. Er frage sich, "wie es so weit kommen konnte". Er suche, so Merz selbstkritisch weiter, "die Gründe auch bei mir", seit geraumer Zeit beschäftige ihn das, fertig sei er mit seinen Überlegungen jedoch nicht. Klar aber sei: Viele Menschen folgten ihm und seinen Gedanken nicht. Und: Er habe eine "Bringschuld", sich besser zu erklären. In den nächsten Wochen und Monaten wolle er das "besser machen". Bemerkenswert an diesen Aussagen ist dabei weniger der Inhalt selbst, das was Merz gesagt hat. Tatsächlich nämlich hatte der Kanzler schon an vielen Stellen zuvor Ähnliches immer wieder durchscheinen lassen. Auch das Versprechen vom besseren Auftritt, der besseren Ansprache und Erklärung ist nicht neu. Kann der Kanzler Kanzler-Wende? Neu ist allerdings der teils sehr reumütige, nachdenkliche Tonfall, das Wie seiner Sätze. Und die Geballtheit, in der Merz das Volk an seinem Seelenleben teilhaben lässt. Das ist mutig, das ist offen und das ist ehrlich. Das könnte tatsächlich der Anfang sein für das, was sich viele in seiner Partei ersehnen: Eine Art Kanzler-Wende, eine wirklich neue Kommunikation, die bei den Menschen verfängt, die eine Erzählung liefert, warum es mit diesem Kanzler und mit dieser Regierung doch was werden kann, es mit Deutschland aufwärtsgehen könnte. Oder in Merz' Worten: "Wir müssen versuchen, die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu erreichen." Doch ob ausgerechnet Merz das wirklich liefern kann? Ist der Kanzler dazu in der Lage? Merz ist ein emotionaler Mensch Grundsätzlich ja. Merz ist anders als sein Vorgänger Olaf Scholz (SPD), der zurecht oft als Sprechroboter bezeichnet wurde, als "Scholzomat" durchaus fähig Gefühle zu zeigen. Der heutige Montag war dafür ein Beispiel, noch stärker zutage traten die Emotionen bei Merz, als er vor knapp einem Jahr bei der Wiedereröffnung der Münchner Synagoge während seiner Rede weinte. Wann hat es das zuletzt gegeben? Wann ließ ein Spitzenpolitiker, ein Kanzler gar zu, dass ihn seine Gefühle öffentlich so sehr übermannten?
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